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Verstärkt
wird im Wahlkampf viel Wert auf Onlinepräsenz gelegt. Wie gelingt es den
deutschen Politikern die Wähler im Web zu überzeugen? Kann man in den
Kommunikationsnetzwerken und mit Hilfe von Internet tatsächlich im Wahlkampf
punkten? Ob die deutschen Wahlkampagnen ähnliche Erfolge mit ihren Online-Auftritten
erzielen können, wie die amerikanischen sei dahingestellt. Dennoch ist es auf
einigen Plattformen möglich, mit den Kandidaten und Abgeordneten direkt zu
kommunizieren und persönliche Anliegen mitzuteilen.
Am Sonntag, den 27 September 2009, ist es nun soweit. Es
finden die Bundestagswahlen 2009 statt, zu welchen insgesamt 62,2
Millionen Wahlberechtigte , darunter 3,5 Millionen Erstwähler, aufgerufen sind.
Welche Bilanz ist nun nach den letzten Wochen des Wahlkampfes zu ziehen? Was
bleibt dem Wähler im Gedächtnis hängen und begleitet ihn auf den letzten
Schritten zur Wahlkabine? Ist es letztendlich die „Dienstwagenaffäre" oder
vielleicht die Harmonie des „Wahlkampf-Duetts" von Angela Merkel und Frank-Walter
Steinmeier im TV-Abendprogramm? Oder vielleicht ist es die Frage: Wie gerecht ist
Deutschland?
Ist es den Parteien gelungen, ihren Wählern die politischen Inhalte zu
vermitteln und junge Wähler - die Erstwähler - für Politik zu begeistern und sie
somit zu animieren, sich am Sonntag die Zeit zu nehmen um zum Wahllokal zu
gehen? Denn, immer noch ist die Anzahl der Nichtwähler ,
Ungültigwähler und der Politikverdrossenen, die sich verweigern ihre Stimme am
Wahllokal abzugeben, sehr hoch. Dieser Umstand ist den Parteien bekannt.
Deswegen wurden in diesem Wahlkampfjahr neben den altbekannten und bewährten
Wahlkampfmethoden verstärkt neue Medien in die Wahlkampagnen integriert. Wie
steht nun diese „Verjüngungskur" den Parteien?
Um auf Wählerfang zu gehen, wurde für die diesjährigen Wahlkampagnen nach dem
amerikanischen Vorbild verstärkt das Netz
genutzt. Was haben nun die Politiker getwittert,
gechattet und gebloggt, um auf sich aufmerksam zu machen. Der Erfolg von Barack
Obama bei den letzten Präsidentschaftswahlen in den USA wurde nicht zuletzt auf
seine gelungene Online-Wahlkampagne zurückgeführt. Die historischen Ergebnisse
bezüglich der Beteiligung amerikanischer Wähler im Internet und ihrer
Spendenbereitschaft rückten das Internet verstärkt auch ins Blickfeld deutscher
Politiker.
Unumstritten bleibt, dass das Internet eine bedeutende Rolle im Alltag junger
Menschen spielt und um diese zu erreichen duellieren sich neuerdings die
Vertreter diverser Parteien nicht nur im TV, sondern auch auf Facebook, YouTube,
Twitter oder StudiVZ. Das Web gilt neben Fernsehen und Radio mittlerweile als
eines der wichtigsten Informations- und Kommunikationsmittel. Die bedeutende
Rolle des Internets für die Wahlentscheidung bestätigt eine Studie des Bundesverbandes der
Informationswirtschaft, Telekommunikation und neuen Medien e.V. BITKOM
zu
E-Democracy, die im August dieses Jahres in Berlin vorgestellt wurde.
Bei einer näheren Betrachtung der Internetauftritte der Parteien im Web
beschleicht allerdings den Web-Nutzer ein flaues Gefühl der Unübersichtlichkeit.
Neben undurchsichtigen Plattformen, auf denen Meinungen nebeneinander stehen
und kein wirklicher Dialog stattfindet, bleiben die Inhalte der Parteien oft
unklar und schwer voneinander abgrenzbar. Ob die Erstwähler dadurch tatsächlich
erreicht werden, muss kritisch betrachtet werden. Die Social Networks werden
genutzt um Wahlkampf zu betreiben anstatt sich mit konkreten Fragen
auseinanderzusetzen.
Wer mehr Transparenz und Verbindlichkeit sucht, wird im Web tatsächlich fündig.
Einige Portale wie zum Beispiel abgeordentenwatch
zielen konkret auf die Kommunikation zwischen Abgeordneten, KandidatInnen und
BügerInnen. Hier können die WählerInnen KandidatInnen aus ihrem Wahlkreis
finden und diese persönlich zu ihren Belangen befragen.
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