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"Bürgerschaftliches
Engagement bedeutet Teilhabe und aktive Mitgestaltung des Lebens in den
Kommunen. Es stärkt und bereichert das soziale Klima in unserer Gesellschaft.
Nicht zuletzt ist ehrenamtliches, freiwilliges Engagement der beste Nährboden für
gute Lebensqualität und das subjektive Wohlbefinden. Neben diesen sozialen
Wirkungen ist auch der ökonomische Nutzen konkret bezifferbar: Jeder einzelne
in Bürgerschaftliches Engagement investierte Euro stiftet einen Nutzen von etwa
sieben Euro." Mit diesen Worten erläuterte die damalige bayerische
Sozialministerin Christa Stewens zentrale Ergebnisse des Gutachtens zum Wert
des Bürgerschaftlichen Engagements bei dessen Vorstellung im Juni 2008.
Beispielhaft für zwei Kommunen, den Landkreis Cham und die kreisfreie Stadt Würzburg, haben
Prof. Dr. Gerhard Kral und Prof. Dr. Egon Endres mit ihren Mitarbeitern ein
Wertgutachten für das bürgerschaftliche Engagement in Bayern erstellt. Den
Auftrag hierfür erhielten die beiden Wissenschaftler der katholischen
Stiftungsfachhochschule München Abteilung Benediktbeuern vom Bayerischen
Sozialministerium.
Ein Ergebnis der Studie, wie von Christa Stewens in ihrer
eingangs zitierten Äußerung angesprochen, ist, dass Investitionen im Bereich
des bürgerschaftlichen Engagements einen siebenfachen Nutzwert erbringen.
Doch
auch die Motivation der Bürger sich zu engagieren wurde näher beleuchtet.
Dazu
Prof. Kral in einem Interview, welches auf der Homepage des Netzwerks Politische Bildung Schwaben
nachzulesen ist:
„Es sind vor allem zwei große Motivationsstränge.
Der Erste: Ich sehe, andere können von mir profitieren, ich kann Hilfe
anbieten, andere sind dankbar, wenn sie diese Hilfe bekommen.
Der Zweite: Wenn ich mich außer Haus engagiere, gewinne ich selbst enorm. Ich
schaffe soziale Kontakte, fühle mich gebraucht, mein Selbstwertgefühl wird
gesteigert, ich kann außerdem meine Fähigkeiten und Kompetenzen verbessern
durch praktische Tätigkeit.
Zudem unterstützen
einige Einrichtungen durch Fortbildungen und Beratungen sowie Supervision den
Bürger. Dann entsteht eine Annerkennungskultur, die von vielen Bürgern
geschätzt wird. Darüber hinaus gibt es zum Teil Aufwandsentschädigungen
(Fahrtkosten, Telefonkosten)."
Die Konsequenzen die das Bayerische Sozialministerium aus
dem Wertgutachten zog beschreibt Prof. Kral so: „Man will flächendeckend über ganz Bayern diese
Infrastruktur, diese Grundlagen, schaffen, zum Beispiel in jedem Landkreis eine
Kontaktstelle, an die sich freiwillig Engagierte bei Fragen oder für
Fortbildungen wenden können.
Der nächste Schritt wird sein, die Landkreise und
kreisfreien Städte für diese Umsetzung zu gewinnen. In einigen Fällen wird das
Sozialministerium die Bereitschaft hierzu durch Anschubfinanzierungen wecken
müssen."
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Das Gespräch mit Prof Kral können Sie hier nachlesen.
Eine Zusammenfassung des Gutachtens finden sie hier.
Das
komplette Wertgutachten finden Sie hier als PDF-Dokument.
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