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Aktionen und Projekte zum Thema Freiheit in Memmingens Schulen
Geschrieben von: Memminger Schulen   
Donnerstag, den 02. April 2009 um 02:00 Uhr
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10_gebote_und_freiheit_070-1.jpgFreiheit ist eine der wesentlichsten Grundlagen unserer Demokratie. Die Memminger haben einen besonderen Bezug zur Freiheit. Memminger Bauern haben 1525 mit den 12 Artikeln erstmals „von unten“ grundlegende  Freiheitsrechte für Menschen eingefordert. Um die Bedeutsamkeit dieses Forderungskatalogs für die europäische Geschichte hervorzuheben, wurde im Jahr 2000 der Freiheitspreis gestiftet. Am 20.03.2009 wurde er zum zweiten mal verliehen. Aus diesem Grund haben Memminger Schulen die Thematik „Freiheit“ sowohl methodisch als auch inhaltlich in vielfältiger Weise aufgegriffen und in verschiedenen Fächern bearbeitet. Vielfach wurde die Auseinandersetzung mit dem Thema Freiheit fächerübergreifend in größeren Aktionen und Projekten umgesetzt.

„Freiheit und Menschenrechte“ - Feierliche Veranstaltung der Sebastian–Lotzer-Schule von allen Jahrgangsstufen vorbereitet

Am  18.03.09 fand in der Sebastian - Lotzer- Realschule anlässlich der Verleihung des Freiheitspreises eine Veranstaltung zum Thema „Freiheit und Menschenrechte“ statt. Schüler  der verschiedenen Klassenstufen setzten  sich bei der Vorbereitung der Veranstaltung auf sehr kreative Weise und aus der Perspektive unterschiedlicher Fachbereiche mit dem Thema Freiheit auseinander.

Menschenrechte im antiken Griechenland

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts der 6.Klassen  griffen  die 6. Klassen das Thema Freiheit und Menschenrechte im antiken Griechenland auf. Aufgabe der Schüler war es, herauszufinden wie und wo  dem Einzelnen von der „griechischen Verfassung“ Freiheitsrechte zugestanden wurden und wie die Griechen ihre Freiheit auch gegenüber der persischen Übermacht verteidigten.

Dabei erstellten die Schüler Plakate zum Regierungssystem der Griechen, zur Volksversammlung, zur sozialen Schichtung Griechenlands und zum Freiheitskampf der Griechen gegen die Perser. Außerdem entstanden Rätsel zum Thema, die von den  Besuchern der Ausstellung gelöst werden sollten.

Dabei wurde den Schülern verdeutlicht, welch hohen Stellenwert die „Freiheit“ für die Griechen hatte.

illusion_053-3.jpg

„Illusionsräume“ zum Thema Freiheit

Die Schüler der 8. Klassen versuchten ihre Vorstellung von Freiheit in dreidimensionalen Werken zu fassen. Als „Illusionsräume“ wurden kleine Welten in Schuhkartongröße in Kunsterziehung aus den unterschiedlichsten Materialien wie gemalten Bildern, Collagen, Gips und  Fundstücken gebaut. Freiheit wurde auf kleinstem Raum eingefangen. Gedanken zu einen abstrakten Begriff wurden bildlich dargestellt.

Freiheit braucht Grenzen

Im Religionsunterricht haben sich die Schüler mit dem Thema Freiheit und zehn Gebote beschäftigt. Es wurde dabei deutlich, dass Freiheit immer auch Grenzen braucht. Nur wer Regeln anerkennt und beachtet, ist wirklich frei. Die Schüler malten Bilder zu den 10 Geboten – auf heute übertragen - und gestalteten daraus groß das Wort „FREIHEIT“.

Junge Reporter präsentieren Ergebnisse ihrer Recherchen und Interviews

Die Schüler bildeten kleine Redaktionsteams und erhielten die Aufgabe, eine Reportage über die Verleihung des „Memminger Freiheitspreises“ zu verfassen. Die notwendigen historischen Hintergrundinformationen zu den Zwölf Artikeln und zum Preisträger Reiner Kunze besorgten sich die Schüler aus dem Internet und mittels Interviews mit Fachleuten, z.B. dem Dekan der Kirche Sankt Martin und Geschichtslehrern. Außerdem wurden noch Passanten zur Preisvergabe und zum Thema „Freiheit“ befragt. Die Reportagen wurden dann in der Schule präsentiert.

Grundgesetz als Garant für Freiheit

Im Rahmen des Sozialkunde-Unterrichtes wurde das Thema „Freiheit“ in Zusammenhang mit den Grundrechten in Deutschland bearbeitet. Die Artikel 1 bis 19 des Grundgesetzes wurden dabei von den Schülern in Bilder umgesetzt, um so deren Inhalt graphisch vor Augen zu führen. Diese Bilder wurden dann Teil der Ausstellung für die Öffentlichkeit.

freiheit_der_wissenschaft_077-1.jpgFreiheit der Wissenschaft

Wissenschaft braucht Freiheit am Beispiel des Galileo Galilei!

Die Schüler fertigten in Gruppen anschauliche Arbeiten zu den Punkten:

geozentrisches Weltbild, heliozentrisches Weltbild, Lebenslauf des Galilei, Auseinandersetzung von Galilei und katholischer Kirche, Inquisition.

Zusammen mit einer Sammlung von Schülergedanken zu der Frage „Was ist Freiheit?“ wurden die Arbeiten präsentiert.

Filmprojekt der AG Philosophie

Die Schüler der „AG Philosophie“ hatten erfahren, dass die unterschiedlichsten Positionen zum Thema „Freiheit“ auftauchen. Die Eckpfeiler des philosophischen Streites um die „Freiheit“ sollte mittels einer szenischen Darbietung als Videosequenz festgehalten werden. Als Szene wurde eine Unterrichtsstunde gewählt, die aus den Fugen gerät, weil sich jeder Schüler seine Freiheit nimmt. Ein Schüler entledigt sich der Kleidung, ein anderer lässt sich fesseln, ein weiterer verweigert das Sprechen. Dabei wurde deutlich, dass es die Freiheit des Anderen zu wahren gilt.

Freiheit künstlerisch inszeniert

tanz102-1.jpg

Die Choreographie zum Thema „Freiheit und Fliegen“ wurde durch die Tanzgruppe gekonnt erarbeitet. Die Fesseln, die unser Leben beherrschen, wurden dargestellt und schließlich in anmutiger Form abgestreift. Die Symbolik des Tanzes wurde verstärkt durch eine düstere künstliche Mauer, an der Schülergedanken zur Freiheit zu lesen waren. Dazu wurden Gedanken und Reime zur Freiheit von Schülern der „AG Kreatives Schreiben“ vorgetragen.

Die Sebastian-Lotzer-Realschule macht damit ihrem Namen alle Ehre. Der Kürschner Lotzer gilt  neben dem in Memmingen predigenden Zwingli-Schüler und geistigem Mentor Christoph Schappler  als Mitautor der 12 Artikel, die das Ergebnis mehrerer Beratungsrunden der Bauernvertreter sind. In dem bedeutenden Schriftstück wird beispielsweise die Abschaffung der Leibeigenschaft, ein angemessener Pachtzins, die Freigabe der Gemeindewaldnutzung und die freie Wahl des Pfarrers gefordert.

Projektwoche in der Lindenschule -  Aktiv und verantwortungsvoll lernen durch Lehren

In einer Projektwoche werden im Rückgriff auf die Geschichte aktuelle Fragen zum Thema Freiheit reflektiert und mittels moderner Medien und Ausdrucksformen präsentiert. Durch die Wahl der Methode „Lernen durch Lehren“ erleben die Schüler, dass Freiheit auch immer mit Verantwortungsübernahme zu tun hat. Im Rahmen einer Projektwoche innerhalb der Schule wird das Thema Luther, 12 Artikel, Bauernaufstand und Bauernkrieg in den 7. Klassen lehrplanmäßig behandelt. Im Rahmen eines heimatkundlichen Bezuges wird eine Brücke gebaut hin zum Freiheitspreis.
Aus diesem Unterricht heraus erstellen Schüler dieser Klassen zusammen mit dem Lehrer Unterrichtsstunden für die 8., 9. und die 10. Klassen der Schule. Diese Stunden werden dann von Schülern dort gehalten. Besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Begriff der Freiheit, einer Diskussion mit einem Transfer in die heutige Zeit, auch hin zum Schriftsteller und Preisträger Reiner Kunze.

Die Unterrichtsergebnisse werden an Schautafeln im Schulhaus ausgestellt, ergänzt durch Zeichnungen aus dem Kunstunterricht. Moderne Formen der Darstellung durch Jugendliche wie z.B. Graffiti finden besondere Beachtung. Außerdem wird eine Präsentation der Ergebnisse und des ganzen Projektes auf CD erstellt.

Schüler der 7. Klassen lernen hierbei, Unterricht zu planen bzw. sich selbst in ein Thema einzuarbeiten. Dies entspricht der Methode „Lernen durch Lehren“ nach Jean Pol Martin und trägt besonders zur Schüleraktivierung und zu selbständigem Lernen bei.

Am Freitag, dem 20. März 2009, dem Tag der Preisverleihung nahmen auch Schüler und Lehrer der Lindenschule am Festakt in der Memminger Martinskirche teil.

Der Memminger Freiheitspreis 1525 wurde in einem Festakt zum zweiten mal am 20.03.2009 in der geschichtsträchtigen Martinskirche verliehen. Preisträger ist der Schriftsteller Rainer Kunze der 1977 aus der DDR ausgebürgert wurde, da er mit der Macht des Wortes das Regime herausgefordert hatte. Bundespräsident Horst Köhler hält die Laudatio auf den Schriftsteller und hebt die Bedeutung der zwölf Bauernartikel für die Freiheitsgeschichte hervor. Oberbürgermeister Ivo Holzinger übereicht schließlich den Preis und bezeichnet die 12 Bauernartikel als erste europäische  Charta der Freiheits- und Menschenrechte.

Kinderrechte und Freiheit - Steinheimer Grundschule fragt nach Bedeutung, Möglichkeiten und Grenzen

Was bedeutet Freiheit?

Mit der ersten Klasse wurde behandelt was Freiheit allgemein und was die eigene persönliche Freiheit bedeutet.

Kinderrechte

Mit Kindern der  3. und 4. Klasse wurden Grenzen und Möglichkeiten der Kinderrechte bearbeitet. Eingegangen wurde darauf, dass Regeln sowohl wichtige Schutzfunktion haben können, aber auch sinnlose Einschränkung darstellen können.

Die 12 Bauernartikel

Die Schüler der 4. Klasse befassten sich mit der Lektüre "Als die Bauern von der Freiheit träumten"

Von Memminger Bauern wurden 1525 mit den 12 Artikeln erstmals „von unten“ grundlegende  Freiheitsrechte für Menschen eingefordert. Die Bauern, die auf Verhandlungen gesetzt hatten, scheitern denn ihr Aufstand wird vom Adel brutal niedergeschlagen. Dennoch sind die in diesem Schriftstück dargelegten Forderungen der Bauern ein bedeutender Schritt hin zu der Überzeugung von der Universalität der Menschenrechte. Die Forderungen die die fünfzig Abgeordneten der Bauern aus dem Allgäu, der Bodenseeregion und aus Baltringen formulierten, könnten im Ansatz als Absicht einer unblutigen Revolution bezeichnet werden. Die Versammlungen fanden im Memminger Kramerzunfthaus statt. Johannes Rau bezeichnete daher das Kramerzunfthaus als "Paulskirche Memmingens".

Diskussion zum Wandel des Freiheitsdenkens mit Besuchern des Schulmuseums an der Elsbethenschule

2009_freiheitspreis_elsbethen.jpg
Der Freiheitspreis der Stadt Memmingen inspirierte eine Gruppe von Lehrkräften der Elsbethenschule, das Thema Freiheit mit der Geschichte ihrer Schule in Verbindung zu bringen. Am Samstag, 14. März 2009,  konnten die Besucher im Vorraum des Schulmuseums eine Präsentation bestaunen, die mit Texten und Bildern das Thema darstellte. Viele der Besucher fühlten sich darüber hinaus in ihre Schulzeit zurückversetzt und diskutierten untereinander angeregt über den Wandel nicht nur des Freiheitsdenkens.

Politische Bildung soll Menschen befähigen ihre politische Freiheit zu leben.

Kolping setzt "Freiheit durch Bildung" in Szene - Jugendliche des Bildungszentrums Kolping führen ihr Stück auf dem Theaterplatz in Memmingen und auch im eigenen Haus auf.

Im Projekt „ Freiheit durch Bildung“ wurden die Freiheitsgedanken der Jugendlichen in einer Umfrage ermittelt und in kurze Rollenspiele verpackt.

Zu Beginn wurde über die Arbeit von Kolping international und national informiert.

Die Dialoge der Rollenspiele waren kurz und auf den Punkt gebracht. In Tücher eingewickelt kamen die Schlagwörter wie z. B. „Glaubensfreiheit" zu Tage und wurden von Jugendlichen aus verschiedenen Maßnahmen dargestellt.

Zum Abschluss wurde das Publikum mit dem „Kolpingsong“ der extra zum Thema „Freiheit“ umgetextet wurde unterhalten. 2009_freiheitspreis_kolping.jpg

Der Memminger Freiheitspreis im Internet: www.memmingen.de/freiheitspreis.html

 
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