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Unser Schulhof soll schöner werden! – Kinder planen und gestalten mit
Geschrieben von: Margrit Horsche   
Dienstag, den 17. März 2009 um 00:05 Uhr
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2009_laurentiusschule_bobingen.jpgSchon seit Jahren müssen sich die Schüler und Schülerinnen der Laurentiusgrundschule in Bobingen mit einem unattraktiven Pausenhof zufrieden geben. Jetzt endlich ist es gelungen unter Mitwirkung von Eltern, Kindern, der Schulleitung und einigen Lehrern und nicht zuletzt unter Federführung von Herrn Thomas Ködelpeter von der Ökologischen Akademie e.V. einen Weg aus der Misere zu finden. Der Weg heißt „selber planen und ausführen“. Die so in die Gestaltung einbezogenen Schüler waren und sind mit großem Engagement dabei. Sie erleben, wie sie selbst aktiv werden können um sich für Verbesserungen einzusetzen und machen die Erfahrung, etwas bewirken zu können, wenn sie sich einbringen.

Dazu wurden zunächst alle Schüler nach ihren Wünschen und Vorstellungen befragt. Die Forderungen der Kinder nach deutlich mehr Spielmöglichkeiten und Ruhezonen kristallisierte sich schnell heraus, ebenso wie spezifische Bedürfnisse von Mädchen und Jungen.

Der zweite Schritt stellte eine Bewegungslandkarte dar. Die Kinder wurden aufgefordert, während der Pause bestimmte Bereiche des Hofes aufzusuchen . Dazu wurden vier Bitten formuliert:

Gehe dahin, wo du dich am liebsten aufhältst.

Gehe dahin, wo du dich mit anderen Kindern triffst.

Gehe dahin, wo du dich gar nicht gerne aufhältst.

Gehe dahin, wo deiner Meinung nach etwas verändert werden müsste
.

Zusätzlich wurden einige Interviewer ausgesendet, die die Kinder nach ihren Beweggründen befragten. Dabei wurde auch das Alter und Geschlecht der Kinder berücksichtigt.

Ferner wurden Fotos gemacht um die Ansammlungen lokalisieren und dokumentieren zu können.

2009_unser_schulhof.jpg

Aus den Interviews ergaben sich konkrete Wünsche und Vorstellung, wie ein besserer Pausenhof aussehen könnte. Die Auswertung durch Herrn Ködelpeter mündete dann in eine kleine Dokumentation ein, die er uns anlässlich einer Zukunftswerkstatt vorstellte.

Zur Zukunftswerkstatt waren aus allen Klassenstufen Kinder eingeladen. Dazu gesellten sich einige Schülereltern und Lehrkräfte, die an diesem Nachmittag die Moderation in Kleingruppen leiteten. Zunächst wurden die Bedürfnisse (Ruhezone, Spielmöglichkeiten, Sitzmöglichkeiten usw.), die der neue Schulhof erfüllen soll, noch einmal gesammelt und aufnotiert. Eine Rangfolge wurde festgelegt. Nun ging es darum, konkrete Möglichkeiten zur Umsetzung der Bedürfnisse zu entwickeln. Im Brainstorming kamen sehr viele Ideen zusammen, die den Grundbedürfnissen leicht zugeordnet werden konnten. In einem nächsten Schritt malten die Kinder in kleinen Gruppen ihre Wünsche und Ideen auf und stellten sie sich gegenseitig vor. Nun besprach die Gruppe, welche Ideen sie als Modell bauen wollte. Mit dem zur Verfügung stehenden Naturmaterial entstand in einem flachen Karton ein gemeinsames Werk, bei dem die einzelnen Elemente fantasie- und liebevoll umgesetzt wurden. Bevor zwei Gruppensprecher das Modell im Plenum vorstellen durften, besprachen alle Mitglieder wichtige Details ihres Projekts.

2009_unser_schulhof2.jpg

 

Bei der abschließenden Präsentation zeigte sich ganz deutlich, wie ernsthaft und fachmännisch die Kinder bei der Sache waren. So entstanden in kurzer Zeit aussagekräftige Modelle, die ausgestellt wurden und immer wieder von allen Schülern der Schule begutachtet werden.

Als nächstes waren die Eltern gefragt, die in den kommenden Wochen und Monaten einige Modelle in die Tat umsetzen werden. An einem Nachmittag, zu dem auch Vertreter der Stadt und der Hausmeister eingeladen waren, fand eine Ortsbegehung statt, um die Plätze für die verschiedenen Baumaßnahmen auszusuchen. Wir entwarfen einen Zeitplan, in dem der Bau einfacher Elemente festgelegt wurde. Wichtig erschien uns bei der Umsetzung auch weiterhin die Einbeziehung der Schüler und Schülerinnen. So entstand die Idee, das Weidentippi, das die Eltern mit einigen Kindern im März errichten werden zum Anlass für ein „Ramadama“ im Hof und im Schulgarten zu nehmen. Ferner wurde vorgeschlagen, dass Kinder die Bewirtung der erwachsenen Helfer übernehmen sollten.

Zeitgleich wird ein Bauplan erstellt, der im  Bauamt der Stadt Bobingen eingereicht werden kann und zur Bewerbung für ein Projekt der Kolpingfamilie dient.

Um weiterhin viele Kinder einzubeziehen, sind kreative Aktionen rund um den Pausenhof angedacht. So können die Klassen stehende Objekte (bemalte Latten, geschnitzte Pfähle) in einem Bereich ausstellen, während andere hängende Objekte (Mobiles, Klanghölzer) in den Bäumen angebracht werden können. Ziel soll es immer bleiben, die Kinder zu ermutigen, Eigeninitiative zu ergreifen, damit Missstände abgeschafft und Veränderungen vorangebracht werden können.
 
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