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Schon seit Jahren müssen
sich die Schüler und Schülerinnen der Laurentiusgrundschule in Bobingen mit
einem unattraktiven Pausenhof zufrieden geben. Jetzt endlich ist es gelungen
unter Mitwirkung von Eltern, Kindern, der Schulleitung und einigen Lehrern und
nicht zuletzt unter Federführung von Herrn Thomas Ködelpeter von der
Ökologischen Akademie e.V. einen Weg aus der Misere zu finden. Der Weg heißt
„selber planen und ausführen“. Die so in die Gestaltung einbezogenen Schüler waren und
sind mit großem Engagement dabei. Sie erleben, wie sie selbst aktiv werden
können um sich für Verbesserungen einzusetzen und machen die Erfahrung, etwas
bewirken zu können, wenn sie sich
einbringen.
Dazu wurden zunächst alle
Schüler nach ihren Wünschen und Vorstellungen befragt. Die Forderungen der
Kinder nach deutlich mehr Spielmöglichkeiten und Ruhezonen kristallisierte sich
schnell heraus, ebenso wie spezifische Bedürfnisse von Mädchen und Jungen.
Der zweite Schritt stellte
eine Bewegungslandkarte dar. Die Kinder wurden aufgefordert, während der Pause
bestimmte Bereiche des Hofes aufzusuchen . Dazu wurden vier Bitten formuliert:
Gehe dahin, wo du dich
am liebsten aufhältst.
Gehe dahin, wo du dich
mit anderen Kindern triffst.
Gehe dahin, wo du dich
gar nicht gerne aufhältst.
Gehe dahin, wo deiner
Meinung nach etwas verändert werden müsste.
Zusätzlich wurden einige
Interviewer ausgesendet, die die Kinder nach ihren Beweggründen befragten.
Dabei wurde auch das Alter und Geschlecht der Kinder berücksichtigt.
Ferner wurden Fotos gemacht
um die Ansammlungen lokalisieren und dokumentieren zu können.
Aus den Interviews ergaben
sich konkrete Wünsche und Vorstellung, wie ein besserer Pausenhof aussehen könnte.
Die Auswertung durch Herrn Ködelpeter mündete dann in eine kleine Dokumentation
ein, die er uns anlässlich einer Zukunftswerkstatt vorstellte.
Zur Zukunftswerkstatt waren
aus allen Klassenstufen Kinder eingeladen. Dazu gesellten sich einige Schülereltern
und Lehrkräfte, die an diesem Nachmittag die Moderation in Kleingruppen
leiteten. Zunächst wurden die Bedürfnisse (Ruhezone, Spielmöglichkeiten,
Sitzmöglichkeiten usw.), die der neue Schulhof erfüllen soll, noch einmal
gesammelt und aufnotiert. Eine Rangfolge wurde festgelegt. Nun ging es darum,
konkrete Möglichkeiten zur Umsetzung der Bedürfnisse zu entwickeln. Im
Brainstorming kamen sehr viele Ideen zusammen, die den Grundbedürfnissen leicht
zugeordnet werden konnten. In einem nächsten Schritt malten die Kinder in
kleinen Gruppen ihre Wünsche und Ideen auf und stellten sie sich gegenseitig
vor. Nun besprach die Gruppe, welche Ideen sie als Modell bauen wollte. Mit dem
zur Verfügung stehenden Naturmaterial entstand in einem flachen Karton ein gemeinsames
Werk, bei dem die einzelnen Elemente fantasie- und liebevoll umgesetzt wurden.
Bevor zwei Gruppensprecher das Modell im Plenum vorstellen durften, besprachen
alle Mitglieder wichtige Details ihres Projekts.
Bei der abschließenden
Präsentation zeigte sich ganz deutlich, wie ernsthaft und fachmännisch die
Kinder bei der Sache waren. So entstanden in kurzer Zeit aussagekräftige
Modelle, die ausgestellt wurden und immer wieder von allen Schülern der Schule
begutachtet werden.
Als nächstes waren die Eltern
gefragt, die in den kommenden Wochen und Monaten einige Modelle in die Tat umsetzen werden. An einem Nachmittag,
zu dem auch Vertreter der Stadt und der Hausmeister eingeladen waren, fand eine
Ortsbegehung statt, um die Plätze für die verschiedenen Baumaßnahmen
auszusuchen. Wir entwarfen einen Zeitplan, in dem der Bau einfacher Elemente
festgelegt wurde. Wichtig erschien uns bei der Umsetzung auch weiterhin die
Einbeziehung der Schüler und Schülerinnen. So entstand die Idee, das
Weidentippi, das die Eltern mit einigen Kindern im März errichten werden zum
Anlass für ein „Ramadama“ im Hof und im Schulgarten zu nehmen. Ferner wurde
vorgeschlagen, dass Kinder die Bewirtung der erwachsenen Helfer übernehmen
sollten.
Zeitgleich wird ein Bauplan
erstellt, der im Bauamt der Stadt
Bobingen eingereicht werden kann und zur Bewerbung für ein Projekt der
Kolpingfamilie dient.
Um weiterhin viele Kinder
einzubeziehen, sind kreative Aktionen
rund um den Pausenhof angedacht. So können die Klassen stehende Objekte (bemalte
Latten, geschnitzte Pfähle) in einem Bereich ausstellen, während andere
hängende Objekte (Mobiles, Klanghölzer) in den Bäumen angebracht werden können.
Ziel soll es immer bleiben, die Kinder zu ermutigen, Eigeninitiative zu
ergreifen, damit Missstände abgeschafft und Veränderungen vorangebracht werden
können.
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