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Seit fast 30
Jahren ist die Spielstadt Mini-München das größte Sommerferienprogramm der
Landeshauptstadt München. Dieses Jahr findet die 14. Spielstadt Mini-München vom
5. - 23. August statt. Sie bietet Kindern zwischen 7 und 15 Jahren, unabhängig
von ihrer Herkunft und ihrem Bildungshintergrund, Jungen sowie Mädchen, eine
Fülle an Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten und ist somit ein Beispiel für
gelungenes, informelles Lernen. Auch wenn in Mini-München der Ansturm besonders
groß ist - an manchen Tagen kommen bis zu 2000 Kinder und Jugendliche - haben
bisher alle Besucher einen Platz in der Spielstadt gefunden: Im Handwerkerhof,
bei der Stadtverwaltung, im Rathaus, bei der Bank, im Bauamt, im Fernsehstudio,
bei der Zeitung, beim Theater, in der Zoff-Akademie, usw. Aber wie funktioniert die Spielstadt genau
und welches sind die Anliegen ihrer Erfinder?
Kultur
& Spielraum e. V.
Mit den
Mitteln der Phantasie die Realität zu erobern, eigene Fähigkeiten zu
trainieren, zwanglos Neues zu erproben, dabei neue Lösungsstrategien zu finden
und Kreativität freizusetzen, das sind die Hauptanliegen, welche die Gruppe von Sozial- und Kulturpädagogen, Künstlern und
Lehrern seit über 30 Jahren antreiben. Als selbständiger Maßnahmeträger des
Jugendamtes der Landeshauptstadt München plant und organisiert Kultur &
Spielraum e. V. verschiedenste Kulturprojekte für Kinder und Jugendliche. Zu
den vielfältigen Arbeitsbereichen gehören u. a. Themen wie Kinder und Politik,
Stadtspiele und Spielstädte, Kinder- und Jugendkulturwerkstätten, Theaterpädagogik,
interkulturelles Lernen und vieles mehr.
Kinder
sind die Akteure und Macher in der Spielstadt
Mini-München
ist eine Stadt der Kinder, in der es zum Teil wie in einer richtigen Stadt
zugeht. Sie wird von Kindern und Jugendlichen unter Mitwirkung von Erwachsenen betrieben
und verwaltet. Grundsätzlich können die Kinder kommen und gehen, wann sie
wollen. Beim ersten Besuch erhalten sie im Einwohnermeldeamt ihren persönlichen
Stadtausweis mit vielen Informationen und den Spielregeln. Beim Arbeitsamt
werden über 700 Jobs, an der Hochschule bis zu 500 Studienplätze angeboten. Wer
arbeitet oder studiert, kann "MiMüs" verdienen und damit im Gasthaus
essen, ins Kino und Theater gehen, im Supermarkt einkaufen, sich ein Grundstück
pachten oder sein Geld auf ein Sparbuch einzahlen.
Spielregeln:
Der
Start: Neue Mitspieler
zwischen 7 und 15 Jahren bekommen im Eingangsbereich von Mini-München ihren Mitspielausweis.
Damit ist man Bürgerin oder Bürger von Mini-München, kann arbeiten, studieren
und später einmal Vollbürger werden.
Arbeiten
und Geld verdienen: Die
Arbeitsplätze werden im Arbeitsamt von Mini-München und zeitweise direkt in den
Betrieben vergeben. Wer eine Arbeitskarte erhalten hat, geht zur angegebenen
Einrichtung und nimmt seine Beschäftigung auf.
Nach Beendigung der Arbeit erhält man einen Lohnzettel, den man in der
Bank gegen MIMÜS, die Währung von Mini-München, einlösen kann. Für 1 Stunde
Arbeit gibt es 5 MiMüs, davon wird 1 MiMü als Stadtsteuer einbehalten.
Studieren und lehren:
An der Hochschule kann man studieren oder selber Vorlesungen
halten. Das Studium wird wie Arbeit bezahlt: Die Hochschule bietet Vorlesungen
und Kurse an und sucht laufend Professorinnen und Professoren,
die eine Vorlesung oder einen Workshop durchführen wollen. Hierzu sind auch
alle erwachsenen Besucher der Spielstadt eingeladen.
Vollbürgerschaft:
Wer vier Stunden Arbeit,
vier Stunden Studium in seinen Stadtausweis eingetragen und eine Reihe weiterer
Anforderungen erfüllt hat, kann eine Vollbürgerschaft beantragen. Nach
bestandener Prüfung erhält man im Bürgerbüro seinen Vollbürgerausweis
und wird in das dicke Stadtbuch eingetragen.
Vollbürger können wählen und gewählt werden, ein Geschäft eröffnen,
Grundstücke kaufen, etc. Die Vollbürgerschaft ist also die Voraussetzung dafür,
um die Geschicke der Spielstadt aktiv mitbestimmen zu können.
Wahlen
und Stadtpolitik: Wahlen finden in jeder Spielstadtwoche statt.
Gewählt werden die/der OberbürgermeisterIn und der Stadtrat.
Die Bürgerversammlung ist
das Gremium, das Gesetze und neue Regeln von Mini-München beschließt und auch
wieder ändern kann. Sie wird vom Rathaus einberufen und vorbereitet. Eine
Bürgerversammlung kann auch von den Bürgern einberufen werden, wenn dafür
mindestens 50 Unterschriften gesammelt wurden.
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Nachahmer
in vielen Städten
Die Spielstadtidee hat inzwischen Nachahmer in vielen Städten in
Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Dänemark gefunden. Und das
ist gut so, denn Mini-München hat das, was einen spannenden und attraktiven
Lernort auszeichnet: Einen Ort, an dem Lernen sich in spielerischer Weise,
selbstbestimmt und von individuellen Interessen geleitet, vollzieht. Wenn Sie
mehr über das Projekt wissen wollen klicken Sie hier.
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