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Methoden in der politischen Bildung – Mischwald statt Monokultur!
Geschrieben von: Theresa Riechert   
Mittwoch, den 04. Februar 2009 um 09:37 Uhr
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 © joujou / PIXELIO

Die Frage nach der Methodik stellt sich wohl jeder Lehrende der politischen Bildung immer wieder: Wie kann ich den Inhalt für die Lernenden am besten aufbereiten? Wie lässt sich das Thema am anschaulichsten vermitteln? Jeder hat so seine beliebtesten Methoden, die er immer wieder zum Einsatz bringt. Dennoch ist es gerade die Mischung, die Vielfalt der Methoden und ihre sinnvolle Variation, die zur optimalen Begegnung zwischen Lernendem und Lerngegenstand führt. Deshalb möchte dieser Artikel einerseits für den Grundsatz „Mischwald statt Monokultur" plädieren und genauer ausführen, welche Dimensionen Methodenvielfalt besitzt und andererseits ein paar Literaturtipps und Internetseiten zur Erweiterung und Reflexion des persönlichen Repertoires bieten.

Die unterschiedlichen Dimensionen der methodischen Vielfalt

Dass es eines möglichst umfassenden Methodenfundus bedarf, um sowohl den Lernenden, als auch dem Gegenstand und den Zielen gerecht zu werden, darüber sind sich alle Autoren der unten aufgeführten Bücher einig. Doch was beinhaltet das? Sibylle Reinhardt und Dagmar Richter weisen darauf hin, dass die Methodik stets viele unterschiedliche Dimensionen umfasst. Sie unterscheiden zwischen Methoden, Interaktionen, Sozialformen, Medien und Lernkontrollen. Das heißt: Methodische Vielfalt umfasst sowohl die Gestaltung des Lernwegs (im Sinne der Grobplanung des Unterrichts), die Auswahl der Rede- und Kooperationsstrukturen und die Gruppengestaltung (also die Planung der Interaktionsformen), als auch die Entscheidung für bestimmte Medien als Arbeits-, Lehr- und Lernmittel und die Gestaltung der Lernkontrolle. Nur das stimmige Zusammenspiel und die abwechslungsreiche Variation in all diesen Dimensionen führt zu einer sinnvollen Methodenvielfalt, die die jeweiligen Vorzüge jeder einzelnen Methode verwirklichen kann und dem Plädoyer „Mischwald statt Monokultur" gerecht wird.Wie dies in der Praxis aussehen kann, bzw. was es alles zu beachten gilt, das schildern die folgenden Werke.

Literaturtipps

Lexikon der politischen Bildung: Methoden und Arbeitstechniken

lexikon_pol_bil.jpgDieses Werk zielt mit seinem lexikalen Aufbau darauf ab, sowohl einen ersten Einstieg in die Thematik zu bieten, als auch als systematisch organisiertes Nachschlagewerk zu dienen und somit Verfahrensweisen zur Gestaltung politischer Lernprozesse zu geben. In knapp 220 Artikeln werden einerseits grundlegende Begriffe, wie beispielsweise die Arbeitstechnik erläutert, andererseits auch konkrete -mehr oder weniger bekannte- Methoden vorgestellt.Besonders geeignet ist dieses Werk deshalb zum gezielten nachschlagen und zur generellen Information über alles, was mit Methoden und Arbeitstechniken zusammenhängt.
Bibliographie:
Kuhn, H.-W.; Massing, P. (Hrsg.) (2000): Lexikon der politischen Bildung. Methoden und Arbeitstechniken. Wochenschauverlag, Schwalbach Ts.

Methoden Politischer Bildung

methoden_buch.jpgEine andere Art der Herangehensweise wählt dieses Werk. Es versammelt ebenfalls in einzelnen Artikeln das methodische Wissen vieler Autoren, wobei in diesem Fall explizit die einzelnen Methoden im Fokus stehen. Dabei werden insbesondere Methoden zur Förderung selbsttätiger Lernprozesse und der aktiven Auseinandersetzung der Lernenden mit dem Gegenstand vorgestellt. So gliedert sich das Werk in die drei Abschnitte: Methoden Politischen Forschens, Methoden Politischer Intervention und Methoden Politischer Simulation. Unter diesen Überschriften versammeln sich innovative Methoden, die beispielsweise durch unterrichtspraktische Hinweise untermauert werden. Geeignet ist dieses Buch in besonderer Weise zur Erweiterung des eigenen methodischen Wissens um neue, aktivierende Methoden.
Bibliographie:
Lange, D. (Hrsg.) (2007): Methoden Politischer Bildung. Handbuch für den sozialwissenschaftlichen Unterricht. Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler.

Politik-Methodik: Handbuch für die Sekundarstufe I und II

politik_methodik.jpgDieses Werk wendet sich explizit an Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe I und II. Der Aufbau des Buches orientiert sich an den bereits genannten Dimensionen der Methodik und widmet jeder von ihnen ein Kapitel. Nicht nur dieser strukturierte, gut nachvollziehbare Aufbau, sondern auch die vielen Beispiele überzeugen bei diesem Werk. Es eignet sich insbesondere auch zum Einstieg in das methodische Handwerk.
Bibliographie:
Reinhardt, S.; Richter, D. (2007): Politik-Methodik: Handbuch für die Sekundarstufe I und II. Cornelsen Verlag, Berlin.

Hilfreiche Internet-Adressen

Auch im Internet finden sich einige Anregungen zu unterschiedlichen Methoden, die zwar insbesondere für den schulischen Kontext gedacht sind, jedoch auch für andere Bereiche der politischen Bildung Relevanz besitzen.

Methodenkiste der Digitalen Schule Bayern

Eine Zusammenstellung unterschiedlicher Methoden, die durch passende Internetlinks zu weiteren Informationen führen. Die tabellarische Form ermöglicht eine zielgerichtete Suche.
Zu finden unter:
http://digitale-schule-bayern.de/ds.py?sid=5f89fa7c5149886d02&_controller=DS
Controller&faecherid=15&themaid=134

Methodensuche der Bundeszentrale für politische Bildung

Methoden zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen stellt dieser Methodenkoffer in den Vordergrund. Dabei kann entweder nach Schlagwörtern oder verschiedenen Methodentypen gesucht werden und auf diese Weise schnell die passende Methode ausfindig gemacht werden.
Zu finden unter:
http://www.bpb.de/methodik/5JRHMH,0,0,
Methodensuche.html

Methodenkiste der Bundeszentrale für politische Bildung

Diese Veröffentlichung von 2004 ist leider vergriffen, jedoch kann sie mühelos in pdf-Format heruntergeladen werden. Die Idee: 32 Karteikarten beschreiben anschaulich und in Kürze jeweils eine Methode, sodass entweder die Schüler und Schülerinnen selbst eine geeignete Lernform aussuchen können, oder die Lehrerin / der Lehrer unkompliziert neue Methoden anwenden kann.
Zu finden unter:
http://www.bpb.de/files/VSMKZW.pdf

 
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