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Die Wahrnehmung anderer Kulturen oder Subkulturen ist nicht nur bei
Jugendlichen oft durch implizite Stereotype und verallgemeindernde
Clichés geprägt. Eine Methode aus dem "education pack" des Europarats,
die diese Stereotypen hervortreten lässt zum Diskussionsgegenstand
machen möchte, soll hier vorgestellt werden. Dabei spielt das spontane
und gemeinsame Erzählen einer fiktiven Geschichte eine zentrale Rolle.
Ablauf
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Die Gruppe sitzt im Kreis
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Ein oder zwei Teilnehmer werden zu Beobachtern bestimmt. Die Aufgabe der
Beobachter ist es, die Geschichte, die nun gemeinsam erzählt bzw.
erfunden werden soll, aufzuschreiben.
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Der Gruppe wird erklärt, dass sie nun kooperativ eine Geschichte
erfunden werden soll. Wichtig ist, dass nicht "verraten" wird, dass es
eigtl. Darum gehen wird, zwei Geschichten zu vergleichen
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Die Reihenfolge, in der die Geschichte durch die einzelnen
Gruppenmitglieder erzählt wird, wird durch die Weitergabe des Balls
bestimmt. Jeder, der den Ball erhält, erzählt die Geschichte mit ein
oder zwei Sätzen weiter. Die Geschichte sollte möglichst spontan und
ohne allzu lange Pausen erzählt werden
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Der Leiter/Lehrer beginnt die Geschichte mit dem Satz: "Die ist die
Geschichte von Stefan, einem Jungen aus München..." und gibt den Ball
weiter
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Der Ball wird weitergegeben, bis eine kleine Geschichte auf kooperativem
Weg entstanden ist (etwa 10-12 Mal, u.U. Aber auch mehr)
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Der Leiter/Lehrer unterbricht die Geschichte mit dem Satz "Stefan kennt
einen türkischen Jungen namens Ali. Auch zu diesem Jungen gibt es eine
Geschichte..." und gibt den Ball weiter
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Wieder wird der Ball weitergegeben, bis eine kleine Geschichte auf
kooperativem Weg entstanden ist
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Der Leiter/Lehrer beendet die Aktivität nach ca. 10-15 Minuten und
bedankt sich für die Mitwirkung
Reflexion
Nachdem der Beobachter die entstandenen Geschichten noch einmal kurz
vorgetragen hat, bietet sich die Gelegenheit über die Unterschiede in
den beiden erzählten Geschichten nachzudenken. Die Jugendlichen werden
gebeten, diese zu kommentieren und sich über die zugrundeliegenden
Ansichten und Bilder Gedanken zu machen, aus denen dieser Unterschiede
resultieren. Die wesentlichen Stichworte aus den Beiträgen werden auf
einer Flipchart oder einer Tafel festgehalten.
Eckdaten
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Gruppengröße: 8-10 Personen (große Gruppen können problemlos geteilt
werden)
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Alter: 12+ Jahre
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Dauer der Methode: 30 Minuten
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Material: ein Ball, Stifte und Papier für die Beobachter, evtl.
Tonbandgerät/mp3-Rekorder o.ä., Flip-Chart und Marker-Stifte bzw. Tafel
und Kreide
Variationsmöglichkeiten
Die Namen und das Geschlecht der fiktiven Personen und der Ort bzw. die
Orte, denen sie zugordnet werden, sollte an die Gruppe angepasst werden
(auch eine Thematisierung von geschlechtsstereotypischen Vorstellungen
wäre durch die Methode möglich). Außerdem kann durch die Wahl des
Einführungssatzes der Fokus auch auf beliebige soziale Gruppen im
Unterschied zu den "normalen" Jugendlichen gelegt werden (z.B. kann
Thomas ein Rollstuhlfahrer, Angehöriger einer bestimmten Subkultur, ein
homosexueller Jugendlicher, etc. Sein). Wer vermeiden möchte, dass die
Jugendlichen im Verlauf der Methode dahinter kommen, dass die beiden
Geschichten verglichen werden sollen, kann die beiden Geschichten auch
in getrennten Gruppen erzählen bzw. Aufzeichnen lassen - diese Gruppen
sollten dann aber nach Möglichkeit zufällig gemischt sein.
Links
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Die Methode entstammt ursprünglich aus einer Veröffentlichung des
Europarats: "Education Pack - Idea, resources, methods and activities
for informal intercultural education with young people and adults,
Straßburg 2005". Der Titel ist hier erhältlich.
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Eine Adaption unter dem Titel "Thomas und Mehmet" finden Sie in der Datenbank für internationale Jugendarbeit
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