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Geschrieben von: Redaktion
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Dienstag, den 05. Mai 2009 um 17:24 Uhr |
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Mit welchen Zielgruppen hat politische Bildung zu
tun? Welche erreicht sie, welche werden vernachlässigt? Hierzu stellte Markus
Etscheid
vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) am Abend des ersten Forumstages die neue von
MISEREOR und SINUS Sociovision erstellte „Milieustudie U27"
vor. Der
Milieuansatz eignet sich dafür, jenseits demographischer Daten die
unterschiedlichen Grundorientierungen und Wertesysteme junger Menschen in
Deutschland zu skizzieren und damit besser zu verstehen, auf welche
Lebenswirklichkeiten politische Bildung stößt. Herr Etscheid zeigte in seiner
multimedialen Präsentation eindrücklich die Unterschiede von sieben Milieus
hinsichtlich ihrer Präferenzen für Kleidung, Musik, Umgang mit Medien,
Vorstellungen von Sinn und Visionen für das eigene Leben.
In der Reflexion der Bedeutung der Milieus für die eigene Bildungsarbeit
seitens der Teilnehmenden wurden vor allem zwei Punkte deutlich: der
Milieuansatz erzeugt starke Nachdenklichkeit hinsichtlich der eigenen
Identifikation politischer Bildner mit bestimmten Milieus und der Ablehnung
anderer. Die weitere Beschäftigung damit ist Teil einer professionellen
Reflexion des eigenen Selbstverständnisses und Weltbildes.
Zum zweiten wurde
deutlich, dass viele Angebote politischer Bildung nach wie vor auf das Milieu
„Postmaterielle Jugendliche" zugeschnitten sind, die über hohe Bildung verfügen
und in ihrer Grundausrichtung als „grüblerisch", also potenzell reflexiv,
beschrieben werden. Damit werden jedoch nur 6 % der Gesamtheit Jugendlicher und
junger Erwachsener erreicht, was u.a. an dem postmateriellen Selbstverständnis
vieler akademisch ausgebildeter politischer Bildner liegt, die dieses auf ihre
Teilnehmer/ innen projizieren.
Es verblieb die
Nachdenklichkeit darüber, wie politische Bildner in anderen Milieus
Anschlussfähigkeit gewinnen können und ob die Grund-Ziele politischer Bildung
für diese Zielgruppen angepasst werden müssten.
Ein Handout zu Markus Etscheids Vortrag können Sie sich hier als PDF-Dokument herunterladen.
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