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„Projekte-Speed-Dating“ – Der etwas andere Projektmarkt Drucken E-Mail
Geschrieben von: Miriam Apffelstaedt   
Donnerstag, den 15. April 2010 um 11:02 Uhr
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speeddating_tutzing.jpgTagungen leben davon, dass Leute miteinander ins Gespräch kommen und man Projekte oder Angebote zum Thema kennenlernt, um gemeinsam neue Projekte oder Kooperationen zu vereinbaren und sich gegenseitig zu inspirieren. Genau aus diesem Grund finden auf Tagungen häufig Projektmärkte statt.
Wir möchten Ihnen an dieser Stelle eine Variante des Projektmarkts vorstellen, die beim Netzwerkforum 2009 erstmals zum Einsatz kam und es  allen Teilnehmern ermöglicht, von jedem Projekt einen kurzen Eindruck zu erhalten: Das „Projekte-Speed-Dating".

Speed-Dating?

Unter dem Begriff „Speed-Dating“ versteht man eine Methode, um potenzielle Partner in kurzer Zeit kennenzulernen. Generell kennt man das Vorgehen eher aus dem Bereich der Partnerschaftssuche. Diese Idee wird für den Projektmarkt genutzt: Innerhalb kurzer Zeit bekomme ich einen Eindruck von dem Projekt und kann entscheiden, ob dieses für mich interessant ist und ob ich mehr darüber erfahren möchte oder nicht. Ein zeitsparendes Instrument, nicht nur in der Partnersuche.  

Der Ablauf

Alle Teilnehmer der Veranstaltung werden Kleingruppen von 4-10 Leuten zugeordnet, die anschließend die Projekte gemeinsam erkunden. Jede Gruppe findet speeddating_2.jpgsich zu Beginn  an einem anderen Projektstand ein. Auf ein Signal hin haben die Projekte nun 1-2 Minuten Zeit, um sich dieser Gruppe vorzustellen. Durch die knapp bemessene Zeit sind die Projektvorsteller dazu gezwungen, sich auf das Wesentlichste zu beschränken. Wenn das akustische Signal wieder ertönt, geht jede Gruppe zum nächsten Projektstand weiter, an dem sich das nächste Projekt präsentiert.
Auf diese Weise erhalten die Teilnehmer einen ersten Einblick in die Arbeit aller Projekte des Marktes. Im Anschluss an das „Projekte-Speed-Dating“ besteht Zeit für Gespräche, um mit denjenigen, deren Projekt für einen selbst interessant war ins Gespräch zu kommen, Kooperationen zu planen oder weitere Informationen zu erhalten.  Das erste „Projekte-Speed-Dating“ fand auf dem Netzwerkforum 2009 in der Evangelischen Akademie in Tutzing statt. Seitdem wurde diese Methode auch zu anderen Gelegenheiten, zum Beispiel bei der Jahrestagung der Akademie Führung und Kompetenz  oder durch das Begleitstudium Problemlösekompetenz an der Universität Augsburg angewendet. Aufgrund dieser Erfahrungen können folgende Empfehlungen gegeben werden.

Tipps

 

1.   Es bietet sich an, einen Ausstellungsführer  im Vorfeld zu erstellen, der Informationen über die Projekte bietet. Die Idee des Ausstellungsführers stammt aus der Methode der Präsentissage, die „das Lustvolle einer Vernissage mit dem inhaltlichen Reichtum vieler Präsentationen verbinden". 

2.   Wenn möglich, sollten die Teilnehmergruppen zu Beginn auf jeden zweiten Projektstand verteilt werden. Dies ermöglicht den Projektvorstellenden eine kurze Pause zwischen jeder Vorstellung und minimiert den Lautstärkepegel.

3.   Das Verfahren, um die Teilnehmer den Gruppen zuzuteilen und diese sogleich ihren Anfangs-Projektständen zuzuordnen sollte zuvor durchdacht werden. Es bietet sich an, die Gruppen über Symbole oder Markierungen zu bilden, die dann zugleich an dem Projektstand angebracht sind, an dem die Gruppe beginnen soll.

4.   Die Zeit für die Vorstellung der Projekte sollte bewusst knapp bemessen sein, da Teilnehmer und Projektvorsteller ansonsten bereits zum persönlichen Austausch übergehen, der das Speed-Dating einerseits verzögert und für den es andererseits zu späterem Zeitpunkt noch Gelegenheit gibt.

5.   Anschließend sollte ausreichend Zeit für Gespräche, aber auch für eine kurze Pause nach den vielen Eindrücken eingeplant sein. Dies lässt sich besonders gut mit einem Buffet oder einer Kaffeepause verbinden.

6.   Da die Fülle an Informationen und die Zeitdichte sehr hoch sind, ist diese Methode nur für maximal 20 Projekte empfehlenswert. Sollten es dennoch mehr sein, kann erwogen werden, ob die Teilnehmer in zwei unterschiedlichen Räumen jeweils eine Hälfte der Projekte kennenlernen und zur Erkundung der anderen dann im Anschluss Gelegenheit bekommen. Das ist auch eine Alternative, um Zeit einzusparen.

Filmische Eindrücke zur Methode des Projekte-Speed-Datings zeigt dieser Film, der anlässlich des Netzwerk-Forums 2009 entstand:
http://www.politische-bildung-bayern.net/content/view/581/131/.

 

Die Methode in Kürze 

 Teilnehmerzahl

Ab 20 Personen

 Zeitbedarf

Abhängig von Zeitintervall und Projektanzahl: etwa  zwischen 45 und 75 Minuten.

 Material

- ggf. Ausstellungsführer

- Material zur Gruppeneinteilung und Kennzeichnung der Stände

- Von den Projekten benötigtes Material (Verlängerungskabel, Beamer, ...)

- Akustisches Signal (bspw. Gong, Glocke, ...)

- Stoppuhr und evtl. Mikrofon

Verwendungszweck

Zur Präsentation unterschiedlicher Themen / Projekte auf Tagungen und anderen Großgruppenveranstaltungen.

unerprobte Varianten

 An und für sich ist die Methode auch für Veranstaltungen mit Jugendlichen, eventuell auch mit Kindern geeignet. Auch muss es sich nicht immer um Projekte handeln, die vorgestellt werden: denkbar wäre auch, dass "Experten" eines Themas dieses anderen präsentieren, oder ähnliches mehr. Solche Variationen sind bisher jedoch noch nicht erprobt, ihr Einsatz jedoch sicherlich ein lohnendes Experiment.

 
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