|
Bei der Preisverleihung des Wettbewerbs wurden einige Siegergruppen interviewt. Die Antworten ermöglichen einen guten Einblick in die Vielfalt der Gruppen: die unterschiedlichen Themen die sie beschäftigen, die jeweiligen Motive zur Teilnahme und die vielfältigen Erfahrungen die sie persönlich von ihrer Beteiligung mitnehmen. Wesentliche Aspekte haben wir hier für sie zusammengefasst.
Die Themen der Videoproduktionen und ihre Bedeutsamkeit für die Gruppen
Uns interessierte, was die Gruppen mit ihren Filmen vermitteln wollten und was sie warum thematisiert haben. Die Antworten zeigten ein breites Spektrum, das von der Behandlung konkreter Themen wie Gleichberechtigung oder der ungerechtfertigten Stigmatisierung von Menschen bis hin zum allgemeinen Denkanstoß über, oder die Verdeutlichung verschiedenster Perspektiven auf Demokratie reichte. Das Thema stammte dabei oftmals aus dem direkten Lebensumfeld der Jugendlichen. So formulierte beispielsweise ein Teilnehmer der Produktion „Humankapital“: „Weil wir als Arbeitslose in unserem Alltag eben oft diesen Stempel aufgedrückt bekommen haben der ,arbeitslosen Jugendlichen, die nur rumhängen und nichts erreichen wollen` und wir aber denken, dass ein Mensch anhand seiner Leistung und nicht seines Abschlusses bewertet werden sollte wollten wir etwas zur Unantastbarkeit der Würde des Menschen machen“.

Die Gewinner und Staatssekretär Dr. Marcel Huber
|
Die Motive für die Teilnahme am Wettbewerb: die eigene Sichtweise darstellen können
Auch wenn die meisten Teilnehmergruppen durch ihre Lehrerin oder ihren Lehrer auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht wurden, so stehen hinter den einzelnen Entscheidungen am Wettbewerb teilzunehmen doch ganz unterschiedliche Motive. Eines ist sicherlich die Chance, die eigene Meinung und Sichtweise zu verbreiten und andere zur Auseinandersetzung mit dem für einen selbst bedeutsamen Thema anzuregen. „Um eben in die Welt hinaus zu tragen, wie wir das sehen mit den Menschenrechten. Und damit die Leute sich auch Gedanken darüber machen und mehr dafür tun, dass wir alle friedlich miteinander leben können. Halt wie in unserer Klasse: wir kommen ja auch alle miteinander klar.“ Diese Antwort der Macher des Beitrags „Demokratie in allen Sprachen“ verdeutlich die Wichtigkeit, die die Veröffentlichung für die Jugendlichen hat. Aber auch die pure Neugierde, das „sich Erproben können“ oder die Chance auf die Würdigung bereits bestehenden Engagements bewegten zur Teilnahme.
Was nehmen die Teilnehmer vom Wettbewerb mit (außer den gewonnen Preisen)?
Auch wenn sich die einzelnen Gruppen auf unterschiedlichste Art und Weise mit der Demokratie auseinander gesetzt haben, so fällt den meisten doch ein Aspekt als erstes ein, wenn sie nach dem „persönlichen Gewinn“ des Wettbewerbs gefragt werden. Sie nehmen mit „dass die Demokratie größtenteils eine gute Sache ist“, wie es einer der Produzenten von „Demokratie mal anders“ ausdrückt, „weil wir relativ frei leben und uns selber entfalten können.“ Und „weil wir ohne die Demokratie wohl all die wichtigen Rechte, die im Grundgesetz verankert sind, nicht hätten“, ergänzt sein Teamkollege. Etwas anders formuliert es einer der Zweitplatzierten: „Demokratie ist eben ein hohes Gut und keine Selbstverständlichkeit auf dieser Welt. Und ich nehme mit, dass man sich auch immer wieder dafür aussprechen und den Leuten erklären muss, was das Gute an der Demokratie ist.“
Stimmen zur Preisverleihung
Zuletzt interessierte uns noch, wie die Jugendlichen die Preisverleihung im Bayerischen Kultusministerium finden. Dabei zeigte sich, dass auch für die Jugendlichen selbst die anderen Gruppen und deren Beiträge das wichtigste waren: „Schön, weil man auch von den anderen Teilnehmergruppen erfahren konnte, wie sie über das Thema denken und wie sie ihre Idee kreativ ausgelebt haben“, war dann auch die Antwort einer Beteiligten der Gruppe aus Nürnberg. Ähnlich äußerten sich alle befragten Gruppen, wobei manche etwas ergänzend hinzuzufügen hatten:
„Ich fand es sehr schön, dass der Staatssekretär da war, dass er sich Zeit genommen hat. Weil das ist nicht selbstverständlich.“ (Teilnehmerin der Gruppe des Berufförderzentrums)
„Wir sind so weit gefahren!“ (Teilnehmerin der Gruppe aus Aschaffenburg)
Vielen Dank!
An dieser Stelle ein herzliches „Dankeschön“ an alle interviewten Gruppen, dass sie uns einen Einblick gewährten in die Vielfalt ihrer Thematiken und Motivationen und dass sie uns die Bedeutsamkeit schilderten, die die Teilnahme am Wettbewerb „60 Sekunden für die Demokratie“ für sie hatte. Vielen Dank für die interessanten Gespräche.
Die Interviews führten Verena Boppel und Theresa Riechert
|