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Auslaufmodell Demokratie? Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dr. Peter Kührt   
Dienstag, den 05. Mai 2009 um 19:39 Uhr
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2009_demokratieauslaufmodell_teaser_200.jpgDass immer mehr Menschen in unserem Land Politik und Politikern nur noch eine geringe Wertschätzung entgegen bringen, ist hinlänglich bekannt. Immer mehr Bürger zweifeln jedoch offenbar auch an der Demokratie selbst, wie neuere Studien belegen (so z.B. eine Untersuchung der Friedrich-Ebert-Stiftung von 2008).
Gilt dies auch für Jugendliche?
Ist unsere Staatsform ein Auslaufmodell?

Genau diese Fragestellung war Gegenstand einer Befragung von mehr als 600 Nürnberger Schülern an unterschiedlichen Schulen.

Die Befragung wurde als Online-Befragung mit Hilfe der GrafStat-Software der Bundeszentrale für politische Bildung durchgeführt.

Die Projektgruppe bestand aus zwölf Bankkaufleuten der Berufsschule 4 Nürnberg, die freiwillig an diesem Ganzjahresprojekt teilgenommen haben.
2009_demokratieauslaufmodell_gruppe.jpg
Im Zuge des Gesamtprojektes wurden aber auch zahlreiche weitere Klassen und Schüler einbezogen, so dass die Frage der Demokratieverdrossenheit von Jugendlichen im Jahr der Bundestagswahl und Europawahl ein zentrales Thema an unserer Schule wurde.
Im Rahmen des Projekts wurde auch ein Planspiel durchgeführt, um die Schüler für die Trennlinie zwischen Demokratie und Politik zu sensibilisieren.

Das gesamte Projekt wurde auf einer Website dokumentiert: Untersuchungskonzeption, Hypothesen, Fragebogen, Ergebnisse, Erfahrungen und Empfehlungen.

Welche Ergebnisse erbrachte die Befragung?

Die Angaben der Befragten stützen die Vermutung einer Demokratieverdrossenheit der Jugendlichen in Deutschland nicht.
Die Einstellung der befragten Jugendlichen gegenüber unserer Staatsform ist positiver als die der in der o. g. FES-Studie befragten Erwachsenen, und dies erstaunlicherweise über alle Schulabschlüsse, Altersstufen und beide Geschlechter hinweg.
2009_demokratieauslaufmodell_bedeutung.jpg
Zudem wirken die Einschätzungen der Jugendlichen sehr pragmatisch, differenziert und realitätsnah.
Und wenn z.B. nicht wenige der befragten Jugendlichen mehr extreme Parteien im Parlament fordern, dann stammt dieses Begehren überproportional nicht etwa von Hauptschülern, sondern von Abiturienten.

Details hierzu und viele weitere interessante Ergebnisse finden sich auf der Website des Projektes.

 
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