|
Dass immer mehr Menschen in unserem Land Politik und Politikern nur noch
eine geringe Wertschätzung entgegen bringen, ist hinlänglich bekannt. Immer
mehr Bürger zweifeln jedoch offenbar auch an der Demokratie selbst, wie neuere
Studien belegen (so z.B. eine Untersuchung der Friedrich-Ebert-Stiftung von
2008).
Gilt dies auch für Jugendliche?
Ist unsere Staatsform ein Auslaufmodell?
Genau diese Fragestellung war Gegenstand einer Befragung von mehr als 600
Nürnberger Schülern an unterschiedlichen Schulen.
Die Befragung wurde als Online-Befragung mit Hilfe der GrafStat-Software der
Bundeszentrale für politische Bildung durchgeführt.
Die Projektgruppe bestand aus zwölf Bankkaufleuten der Berufsschule 4
Nürnberg, die freiwillig an diesem Ganzjahresprojekt teilgenommen haben.

Im Zuge des Gesamtprojektes wurden aber auch zahlreiche weitere Klassen und
Schüler einbezogen, so dass die Frage der Demokratieverdrossenheit von
Jugendlichen im Jahr der Bundestagswahl und Europawahl ein zentrales Thema an
unserer Schule wurde.
Im Rahmen des Projekts wurde auch ein Planspiel durchgeführt, um die Schüler
für die Trennlinie zwischen Demokratie und Politik zu sensibilisieren.
Das gesamte Projekt wurde auf einer Website dokumentiert:
Untersuchungskonzeption, Hypothesen, Fragebogen, Ergebnisse, Erfahrungen und
Empfehlungen.
Welche Ergebnisse erbrachte die Befragung?
Die Angaben der Befragten stützen die Vermutung einer
Demokratieverdrossenheit der Jugendlichen in Deutschland nicht.
Die Einstellung der befragten Jugendlichen gegenüber unserer Staatsform ist positiver
als die der in der o. g. FES-Studie befragten Erwachsenen, und dies
erstaunlicherweise über alle Schulabschlüsse, Altersstufen und beide Geschlechter
hinweg.

Zudem wirken die Einschätzungen der Jugendlichen sehr pragmatisch,
differenziert und realitätsnah.
Und wenn z.B. nicht wenige der befragten Jugendlichen mehr extreme Parteien
im Parlament fordern, dann stammt dieses Begehren überproportional nicht etwa
von Hauptschülern, sondern von Abiturienten.
Details hierzu und viele weitere interessante Ergebnisse finden sich auf der
Website des Projektes.
|