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Interview mit Caveh V. Zonooz, Geschäftsführer der direktzu GmbH.
Die direktzu GmbH ist ein junges Unternehmen,
dass eine innovative Form onlinebasierter Many-to-One Kommunikation entwickelt
hat und im Bereich der politischen Kommunikation vor allem durch die
Web-Plattform „www.direktzurkanzlerin.de" für Aufmerksamkeit gesorgt hat.
Inzwischen sind viele andere Politiker wie Matthias Platzeck, Ursula von der Leyen,
Norbert Lammert und demnächst auch Christian Ude per direktzu-Plattform
ansprechbar. Interessierte Bürger können hier ihre Anliegen, Fragen und
Probleme an die Politiker richten und eine individuelle Antwort erhalten,
vorausgesetzt sie finden genug andere Bürger, die ihr Anliegen unterstützen.
Die direkzu-Technologie, die auch von
Unternehmen und im Entertainment Bereich eingesetzt wird, übernimmt dabei die
Filterung redundanter Themen und Fragen und ermöglicht darüber hinaus eine
Gewichtung der wichtigsten Themen durch die User selbst.
Wir haben nachgefragt und sprachen mit Herrn Zonooz, dem Gründer von direktzu,
über folgende Themen:
Christian Fey, Redaktion: Herr Zonooz,
sie sind einer der beiden Geschäftsführer der direktzu GmBH, können Sie uns die
Entstehungsgeschichte ihrer Organisation schildern?
Caveh Zoonoz: Gestartet sind wir mit der ersten Plattform "Direkt zur
Kanzlerin" (www.direktzu.de/kanzlerin). Das war am Tag der deutschen
Wiedervereinigung, am 03. Oktober 2006. Wir waren damals Studenten und
Absolventen der Fachhochschule Brandenburg und der FU Berlin und hatten ein
sehr interessantes Projekt im Zusammenhang mit einer neuartigen
Podcasting-Technologie, für das wir eine Innovationsförderung in Deutschland
beantragen wollten. direktzurkanzlerin.de ist eigentlich aus einer
Frustreaktion unsererseits hervorgegangen, weil wir große Probleme hatten, eine
solche Innovationsförderung zu bekommen. Wir haben damals versucht, die
Kanzlerin per E-Mail anzuschreiben um unser Problem vorzubringen. Erst nach
einem Monat erhielten wir eine automatisch generierte E-Mail, die uns eher
wenig weitergeholfen hat. Dann hat Frau Merkel im Juni 2006 mit ihrem
Video-Podcast namens „Die Kanzlerin direkt" angefangen. Dort richtet sie sich
bis heute per Video-Ansprachen mit ihren Anliegen direkt an das Volk - ohne
Medienfilter. Ein Fall klassischer One-to-Many Kommunikation also. Am 03.
September 2006 sprach die Kanzlerin dort von einem vermeintlichen Problem in
Deutschland, dass man hier zwar gut darin sei, Patente anzumelden, man jedoch
bei der Einführung neuer Produkte auf dem Markt nicht das schaffe, was in einem
stecke. Ich fühlte mich von dieser Videobotschaft direkt angesprochen, vor dem
Hintergrund, dass wir bereits schlechte Erfahrungen bei der Beschaffung von
Fördermitteln gemacht haben, die wir gerade für ein solches Produkt gebraucht
hätten.
Aber das Schlimmste von
allem war: Ich hatte keine Möglichkeit auf die Aussagen der Kanzlerin zu
reagieren. Es gab generell keine Möglichkeit, dass die Bürger auf die Ansprache
der Kanzlerin hätten reagieren können - außer über ihre E-Mail-Adresse, und was
über diese Adresse geht landet im Nirwana. Hier ist mir dann ein Licht
aufgegangen: Es ging darum, einen Kanal zurück zur Kanzlerin aufzubauen, so
dass die Bürger in einen direkten Dialog mit ihr treten können - und zwar in
einen öffentlichen Dialog, mit einer gewissen demokratischen Gewichtung. Die
Idee der direktzu-Plattformen war geboren.

Wie schon kurz erwähnt, ermöglicht uns das Internet verschiedene Arten der
Kommunikation: One-to-One durch E-Mails, Many-to-Many durch Chat-Räume,
One-to-Many durch Blogs, Webseiten, Radio, Fernsehen oder eben durch die
Videobotschaften der Kanzlerin. Es gab aber bisher keine sinnvolle, strukturierte
und effiziente Many-to-One-Kommunikation, d.h. von den Vielen, den Bürgern,
direkt zu den Einzelnen, den Repräsentanten aus Wirtschaft und Politik. Genau
diese Kommunikation haben wir dann hier an der FU erfunden und entwickelt. Ich
habe dann die Domain „Direktzurkanzlerin.de" registriert und mit meinen
Partnern mit dem Aufbau der Plattform begonnen.
Leider hat uns damals keiner geglaubt, dass unser Konzept tatsächlich
funktionieren könnte. Sogar Herr Krüger von der Bundeszentrale für politische
Bildung sagte: „Wir finden es interessant aber es tut uns leid, wir können
ihnen nicht helfen". Es herrschte Skepsis, dass die Kanzlerin sich auf so eine
Plattform einlassen würde. Sie müssen wissen, wir haben unser Vorhaben mit
niemandem weiter abgesprochen, auch nicht mit dem Bundeskanzleramt, und sind am
27. September einfach online gegangen - und die Resonanz war riesig. Wir haben
über 50 Presseberichte bekommen in denen es hieß: „Die Kanzlerin in Deutschland
spricht direkt zum Volk und jetzt antwortet
ihr das Volk direkt."
CF:Und was hat die Bundeskanzlerin dazu
gesagt?
CZ: Die war nicht vorbereitet auf tausende von Besuchern und Leuten, die da
plötzlich ihre Anliegen und ihre Wünsche, Fragen und Probleme formuliert haben.
Nach drei Wochen kam aber dann die Zusage, dass sie antworten wird, und wir
arbeiten jetzt seit mehr als zwei Jahren erfolgreich mit dem Bundeskanzleramt
zusammen. Danach kamen dann noch weitere Politiker hinzu: der
Bundestagspräsident, mehrere Ministerpräsidenten, Minister auf Landesebene, vor
kurzem Frau von der Leyen. Momentan sind wir im Gespräch mit dem
Oberbürgermeister von München, Herrn Ude, Herr Sarrazin aus Berlin kommt noch
dazu, und und und...
Auch während der Primaries haben wir damit in den USA eine Rolle gespielt. Sie
erinnern sich vielleicht an die Internetseite straightto Barack Obama, Hillary
Clinton usw. Das Konzept dieser Plattform war dem von direktzurkanzlerin.de
ganz ähnlich. Und wir sind fest davon überzeugt, dass dieses neue Konzept der
Many-to-One Kommunikation die gesamtpolitische und gesellschaftliche Situation
revolutionieren wird.
CF: Sie haben jetzt den amerikanischen Wahlkampf angesprochen. Der hat ja auch
hier bei uns sehr große Wellen geschlagen und war ja ein Wahlkampf der sehr
stark auf internetbasierte Kommunikation gesetzt hat, vor allem Seitens Barack
Obama. Sie haben auch von einer „Revolution der Kommunikation" gesprochen.
Sehen sie das in Deutschland auf politischer Ebene bereits verwirklicht, oder
ist das ein Trend der jetzt mal rüberschwappt? Haben sie konkrete
Anhaltspunkte, anhand derer sie sagen können: Es ist nicht nur ein Trend es ist
tatsächlich mehr?
CZ: Ich sage ganz klar: Die Zukunft der politischen Kommunikation liegt im
Netz. Mit anderen Worten: „Die Online-Macht wird bald die Offline-Macht sein".
Wer im Online-Bereich die Macht hat, wer die entsprechenden Leute ansprechen
kann, die entsprechende Zielgruppe erreicht, liegt vorn - wie es bei Barack
Obama zu beobachten war. Was der Mann geschafft hat, hat er nur geschafft, weil
er die Online-Medien gut einzusetzen wusste.
Wir haben zugegebenermaßen in Deutschland eine andere Kultur als in den USA.
Auch was die politische Kommunikation angeht. Wir in Deutschland agieren noch
mit Wahlwerbungszetteln, fahren mit Bussen zu Veranstaltungen, um dort die
Leute im kleinen Rahmen für unsere politischen Programme zu begeistern. Aber
ist das wirklich der richtige Weg, mit dem man die Masse erreichen kann?
Ich meine, wie informieren sie sich heutzutage? Ich informiere mich
ausschließlich über das Internet. Ich habe kein einziges Stück Papier in der
Hand, alles läuft über mein Smartphone. Ich kann meine Nachrichten über
rss-Feeds von verschiedenen Nachrichtenagenturen lesen - auf dem Laptop oder
auf dem Handy. Alles läuft über das Internet - und so ist es bei vielen anderen
auch.
CF: Sie haben gesagt ihre Plattform ist einfach. Wie einfach ist sie wirklich:
Was muss man tun, um sich an ihrer Plattform beteiligen zu können?
CZ: Im Prinzip muss man nur klicken und ein wenig tippen können. Man gibt zum
Beispiel www.direktzurkanzlerin.de
ein oder www.direktzu.de/Bundestagspraesident
oder www.direktzu.de/vonderleyen, oder wen auch immer man mit seinem Anliegen
zu erreichen gedenkt. Selbstverständlich kann man den Namen des Politikers auch
in die Google-Suchmaschine eingeben. Wir haben so interessante Algorithmen,
dass wir hierbei immer auf dem ersten oder zweiten Platz der aufgelisteten
Links landen. Das ist der direkte Draht zu Ihrer Wunschpersönlichkeit, wen auch
immer Sie mit Ihrem Anliegen erreichen wollen.
Sie können auf der Seite auch einfach nur die Beiträge anderer Nutzer lesen.
Die sind nach übersichtlichen Kategorien geordnet und wirklich jeder kann sie
lesen, egal ob er bei uns als Nutzer registriert ist oder nicht. Und wenn sie
sich beteiligen wollen, wenn sie selbst etwas schreiben oder die Beiträge
bewerten wollen, brauchen sie nur eine E-Mailadresse. Registrieren Sie sich
damit und Sie können gleich loslegen. Einen Beitrag zu verfassen ist im Prinzip
so, wie wenn man eine E-Mail schreibt. Ist Ihr Beitrag dann veröffentlicht,
können alle anderen - ihre Freunde, Bekannten und andere User -diesen Beitrag
lesen und - sofern sie als Nutzer angemeldet sind - auch gewichten. Wenn
bereits ähnliche Anfragen gestellt wurden, werden sie vom System darüber
informiert und können entscheiden, sich diesen Anfragen anzuschließen bzw. die
entsprechenden Antworten zu lesen.
Am Ende jeder Woche, werden die wichtigsten Themen, die wichtigsten Beiträge,
die durch die Bürger selbst gewählt wurden, an den jeweiligen Politiker weitergeleitet
und man erhält eine individuelle, ausführliche und qualifizierte Antwort. Bei
manchen Fragen hat man tausende von Bewertungen, d.h. tausende von Leuten haben
sich für diese Frage ebenfalls interessiert.
Man erreicht - und das ist das interessanteste - die schweigende Mehrheit.
Normalerweise gibt es viele Leute die Fragen haben. Aber nur wenige überwinden
die Hemmschwelle und stellen diese Fragen auch öffentlich, z.B. auf einer
politischen Veranstaltung. Aber im System von direktzu müssen sie nur einmal
klicken. Ganz nach dem Schema: Ja, ich hab's gelesen und ich stimme für dieses
Anliegen bzw. dagegen.
CF: Herr Zonooz, können Sie mir einige Informationen über ihren Nutzerkreis
oder den typischen Nutzer ihrer Plattformen geben? Wie ist z.B. die
Altersstruktur ihrer Nutzer?
CZ: Wir haben die dreizehnjährige Schülerin, die sich über die
Umweltproblematik sorgt und Solarenergie als Lösung vorschlägt. Wir haben
Schüler, die sich zusammentun um ein Thema anzusprechen, das in der letzten
Woche im Unterricht behandelt wurde. Wir haben auch die alleinerziehende Mutter
mit ihren Problemen. Wir haben Kinder und Eltern, die sich z.B. damals 2007 mit
der Rauchverbotsthematik auseinandergesetzt haben und als Anliegen vorgebracht
haben, dass man einen Zigarettenautomaten nicht ohne EC-Karte bzw.
Altersnachweis bedienen können sollte. Wir hatten z.B. hohe Beteiligungen von
ganz verschiedenen Personengruppen zum Thema der Pleite der isländischen
Kaupthing-Edge Bank, wo dann auch seitens der Bundesregierung in Zusammenarbeit
mit den Niederlanden und Frankreich eine Lösung erarbeitet wurde. Dazu wird das
Anliegen auf direktzurkanzlerin.de seinen Beitrag geleistet haben.
Damit ist unsere Plattform also auch eine Art Themenradar. Die Politiker sehen:
das bewegt die Menschen, dem verleihen sie Gewicht. Außerdem werden Geschichten
erzählt, Emotionen geteilt; es sind ebenso zwischenmenschliche Aspekte, die den
Charakter der Plattformen ausmachen.
CF: Zur Zeit haben wir ja auf ihren Plattformen relativ herausstehende Politiker.
Wie sehen sie das Ganze denn auf kommunaler Ebene, da wird ja der Nutzerkreis
kleiner. Gibt es eine kritische Masse, die man braucht, damit so eine Plattform
lebt? Ist das auf kommunaler Ebene zu erreichen?
CZ: Die Politiker haben in der Regel zwei Probleme: Eines, welches sicherlich
auch die Kanzlerin hat, nämlich den Dialog mit einer Vielzahl von Bürgern zu
halten, die bestenfalls noch ihre Wähler sind. Das andere Problem betrifft auch
den Kommunalpolitiker, nämlich: Nähe und Transparenz in Bezug auf seine
Mitbürger zu wahren.
Wir bieten mit unserem Tool nun einerseits die Möglichkeit an, das Problem
„Masse" zu lösen. Wir sind eine Many-to-One Kommunikation, wir ermöglichen
einen effizienten Dialog zwischen den Vielen, den Bürgern einerseits, und den
Einzelnen, den Politikern andererseits. Selbstverständlich ist auf kommunaler
Ebene das Verhältnis der Vielen zu den Einzelnen ein anderes. Nichts desto
Trotz ist die Many-to-One Kommunikation ein Werkzeug, das auch hier zu einem
sinnvollen Dialog zwischen Bürgern und Politikern beitragen kann - unabhängig
davon, ob es sich bei den Vielen nun um 500, 5000 oder 5 Millionen Bürger
handelt. Auf der anderen Seite steht die Transparenz und die Nähe, die unser
Tool generiert. Und diese zu wahren steht natürlich auch im Interesse des
Kommunalpolitikers.
CF: Wie sehen Sie es denn jetzt für das vor uns liegende Superwahljahr 2009?
Spielt die internetbasierte Kommunikation da schon eine wichtige Rolle - und
wenn ja vielleicht welche Formen, ihre Form oder andere Formen wie z.B.
Blogging oder Twittern. Ist das Thema aus ihrer Sicht also schon aktuell oder
ist es noch nicht besonders relevant für die Entscheidungen, die dieses Jahr
fallen werden?
CZ: Es gibt da zweierlei Meinungen. Die einen sagen, es ist aktuell, die andere
sagen: nein, es ist nicht aktuell, es wird keine weitere Rolle spielen. Ich
habe mit vielen Repräsentanten der Politik, auch mit namhaften diskutiert. Aus
meiner Sicht verhält es sich so: Es gibt bestimmte Politiker, die sich schon
lange mit dem Thema internetbasierte Kommunikation beschäftigt haben. Und für
die wird es auf jeden Fall von Vorteil sein, dieses Werkzeug für einen offenen
Dialog mit den Bürgern zu nutzen.
Für die Politiker jedoch, die jetzt lediglich Barack Obama zu imitieren
versuchen und noch schnell auf den Zug aufspringen wollen, könnte die Nutzung
des Internets sogar von Nachteil sein. Bloße Imitation wird nicht
funktionieren. Das sage ich immer wieder.
CF: Das ist also im
Endeffekt ein Problem der Glaubwürdigkeit?
CZ: Richtig. Transparenz und Glaubwürdigkeit
sind das Credo einer funktionierenden internetbasierten Kommunikation. Die
Bürger sind doch nicht dumm. Sie merken sehr wohl, wenn es den Politikern
ausschließlich um gute Publicity und nicht um einen ernsthaften Dialog mit
ihnen geht. Wir haben jetzt mehrere Anfragen von Politikern, und wenn ich sehe,
die Leute sind zu keinem echten Dialog mit den Bürgern bereit, dann sage ich
ganz klar, dass eine solche direktzu-Plattform nicht in ihrem Sinne liegt, wenn
sie nicht mit vollem Ernst bei der Sache sind. Wenn sie nicht wirklich für die
Bürger da sein wollen und bereit sind sich ihrer Probleme anzunehmen, dann ist
der Many-to-One Dialog nichts für sie. Dann macht er für sie keinen Sinn.
CF: Wenn Sie in die Zukunft schauen - sie haben jetzt in dem Bereich
internetbasierte Kommunikation One-to-many / Many-to-One viel Erfahrung
gesammelt. Wie sieht die politische Kommunikation in fünf oder in zehn Jahren
in Deutschland aus?
CZ: Die gängige Art und Weise, wie die politische Kommunikation gerade in
Deutschland stattfindet, wird nicht mehr von langer Dauer sein. Ich bin fest
davon überzeugt, dass wir in zehn Jahren sämtlichen Informationsaustausch
primär über unser Mobiltelefon, unseren PC, Laptop oder ein anderes Gerät - das
wir jetzt noch gar nicht kennen - tätigen werden. Nicht nur die politische
Kommunikation, die Unternehmenskommunikation, jede Art von Kommunikation wird
im World Wide Web stattfinden. Wie kompliziert oder wie einfach sich das Ganze
gestaltet, das ist eine andere Frage. Die einfachste Form wäre da natürlich ein
permanenter Live-Dialog. Das allerdings ist technisch nicht ohne Weiteres
machbar, wenn da 80.000 oder 8 Millionen Personen vor mir bzw. dem Politiker
stehen und ihre Fragen und Probleme loswerden wollen. Aber das heißt auch
nicht, dass die Bewältigung dieses Kommunikationsproblems außerordentlich
komplizierte Systeme erfordern muss.
Vielleicht wird eine ganz simple Form der Kommunikation die Kluft zwischen den
Vielen und den Einzelnen überbrücken können. Professor Massing sagte einmal
über unsere direktzu-Technologie, dass wir die „Agora" des 21. Jahrhunderts
erfunden hätten. Im alten Griechenland, wo bekanntlich der Ursprung unserer
heutigen Demokratie liegt, war die „Agora" der große politische und juristische
Versammlungsplatz im Zentrum der Städte. Die politische Kommunikation dort
funktionierte jedoch nur bis zu einer gewissen Anzahl von Personen - rein
räumlich bzw. akustisch bedingt. Politische Entscheidungen wurden damals
ohnehin nicht von allen, sondern nur von den Bürgern mit einem entsprechenden
Status getroffen. Es wäre rein technisch auch nicht möglich gewesen, die
gesamte Bevölkerung einer Stadt in diesen Entscheidungsprozess zu involvieren. Dieses Problem weiß die
Many-to-One Kommunikation von heute effizient und strukturiert zu lösen.
Demokratie, im Sinne einer Herrschaft des Volkes, das durch die Repräsentanten
der Politik lediglich vertreten wird, ist dank der onlinebasierten Many-to-One
Kommunikation heute technisch machbar. Und das ist meine Überzeugung, dass
diese neue Form der Kommunikation die gesamtgesellschaftliche Situation
revolutionieren wird; den Gedanken der Demokratie in die Tat umzusetzen.
Herr Zonooz, wir danken Ihnen für das Gespräch.
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